WeLLIFE: Klara, warum bloggst du? Wie hat das bei dir angefangen?
KLARA FUCHS: Das hat bei mir so voretwa fünf Jahren angefangen. Drauf gekommen bin ich durch meine Mutter - die ist Schwedin und hat mich auf die schwedische Bloggerszene aufmerksam gemacht. Diese Bloggerszene ist seit etwa 15 Jahren stetig gewachsen, und mich hat einfach fasziniert, dass 14, 15 jährige Mädels schon so enorme Reichweiten haben können. Ich dachte mir: das will ich auch. Einfach ein Online-tagebuch führen. Und das hab ich dann gemacht …

… und jetzt ist das Ding richtig groß geworden.
Stimmt. Es ist tatsächlich immer größer geworden und es hat mir Spaß mir gemacht. Und wenn mir was Spaß macht, dann investiere ich sehr viel Zeit in diese Sache. Damals wusste ich natürlich nicht, dass dies ein Geschäftsmodell werden kann. Ich wusste ja nicht einmal, ob man etwas annehmen darf. Am Anfang freut man sich ja, wenn man mal eine gratis Leggins zugeschickt bekommt. Aber erst später realisiert man, dass es ein Geschäftsmodell ist und man mehr daraus machen kann.

Trotzdem hast du weiter studiert.
Stimmt. Ich studiere immer noch, auch, wenn ich mein Studium etwas zurückgeschraubt habe. Ich studiere jetzt nicht im gleichen Tempo wie in den ersten beiden Semestern, aber ich studiere noch. Das hab ich mir fest vorgenommen – ich werde mein Studium beenden, obwohl natürlich im Bloggen viel Potenzial steckt.

Wenn du dich für zwei Sportarten entscheiden müsstest – welche wären das?
Triathlon und Boxen.

Boxen?
Ja, ich hab das hobbymäßig eine Zeitlang gemacht und jetzt macht’s mir richtig Spaß. Das Boxtraining ist ein schneller und effizienter Weg, um Muskeln
aufzubauen. Leider ist es aber in der Halle, das war mir zu einseitig – also hab ich auch begonnen, Triathlon zu trainieren. Grad im Sommer ist Radfahren, Schwimmen und Laufen für mich ein ideales Training. Klar, man muss zwar viel machen, aber es ist dafür sehr abwechslungsreich, mir kann also nicht langweilig werden.

Wieviel Zeit investierst du in Sport?
Fünf bis acht Stunden in der Woche.

Also locker eine Stunde pro Tag. Wie sich’s gehört.
Ich brauch das halt, damit’s mir gut geht.

Und wenn’s einmal nicht so gut geht und du ein Motivationstief hast? Wie gehst du damit um, wenn du dir ein Ziel gesteckt hast, das du erreichen willst?
Das ist total normal, dass es ein Motivationstief gibt. Auch bei mir natürlich; da sind Phasen, in denen ich beruflich den vollen Stress hab oder ich einfach Lust hab, laufen oder Radfahren zu gehen zu gehen. Ich versuche dann, daran zu denken, wie’s mir geht, wenn ich meine Trainingseinheit hinter mir hab. Es geht mir ja auch dann viel, viel besser nachher, wenn ich trotz Stress oder Unlust einfach kurz laufen gehe, ich kann dann auch mit dem Stress viel besser umgehen.

Drei Tipps, wie man sich aus deinem Motivationstief herausholt?
Erstens: Ziele setzen. Ich meine, wirklich wichtige Ziele. Nicht „ich will jetzt mal schnell zwei Kilo abnehmen“. Nein, man braucht große Ziele, für die es sich lohnt, aus dem Bett zu steigen oder seinen Hintern von der Couch zu heben. Zweitens: Man braucht etwas, was Spaß macht. Großen  Spaß. Wenn ich mich zum Beispiel zum Sport zwingen muss, dann wird das nix werden, weil ich über kurz oder lang die Freude dran verliere. Wenn ich mir hingegen einen Sport suche, der mir Spaß macht – dann ist's keine Quälerei sondern macht eben Spaß. Drittens: Ablenkungen analysieren. Man muss hinterfragen, was unnötige Ablenkungen bedeuten könnte – und diese Ablenkungen muss ich eliminieren. Wenn ich das tue, hab ich eine viel größere Chance.

Was ist dein Erfolgsgeheimnis?
Man braucht eine Nische, etwas, wodurch man sich von der Masse abhebt. Es gibt mittlerweile schon so viele 08/15 Lifestyle-Blogger, die alle gleich ausschauen und auch über den gleichen Nagellack bloggen. Aber wenn ich anders sein will, wenn ich Erfolg haben will, dann muss ich mich von der Masse abheben. Das heißt, ich brauche ein Thema, und zwar eines, das mich begeistert. Denn wenn’s mich begeistert, dann investiere ich freiwillig viel Zeit hinein – und wenn ich viel Zeit investiere, dann werde ich früher oder später erfolgreich sein.

Also Spaß, Zeit und die richtige Positionierung – das Geld kommt dann von alleine? Kann man davon eigentlich leben?
Schon, wenn man positioniert ist und wenn man Themen hat, die sonst vielleicht nicht so viele Leute haben. Wenn ich ein Unternehmen bin, das
einen Influencer zu allgemeinen Themen sucht, dann kann es unter tausenden wählen. Wenn es allerdings jemanden sucht, der ein spezielles Thema gut abdeckt, dann tut es sich wesentlich schwerer.

Du hast ja zwei Themen: Mentale Stärke und Sport. Wie strukturierst du deine Inhalte, woher kommt diese Interessensteilung?
Sport wird immer ein Teil meines Lebens. Das Thema mentale Stärke aber hat begonnen, mich zu faszinieren, weil ich selbst meine Probleme damit hatte.
Vor allem mit Selbstvertrauen. Ich hatte keines. Und daher rührt mein Interesse an mentaler Stärke. Dieses Thema wird auch in Zukunft bei mir immer stärker werden, denke ich.

Du hattest kein Selbstvertrauen? Wie hat sich das geäußert und wie hast du es überwunden?
Nun, das hat sich zum Beispiel darin geäußert, dass ich bei Wettkämpfen an der Startlinie gestanden bin und mich arge Zweifel überfielen. Dass ich das nicht schaffen kann, dass ich zu schlecht bin und alle anderen sowieso besser sind. Dass es besser wäre, ich würde im Bett liegen bleiben und so weiter … also, da hat sich eine Gedankenspirale in Gang gesetzt. Und dann hab ich irgendwann gemerkt, so kann ich nicht weiter machen. So will ich auch nicht leben. Also muss ich das irgendwie ändern. In einem Blog hab ich dann von einem Mädchen gelesen, der es gleich ging. Mich hat das Thema dann sofort fasziniert und ich hab begonnen, mich intensiv damit zu beschäftigen.

Außer Sport und bloggen – was wäre da meine Leidenschaft?
Chillen. Nein, im Ernst: Ich bin sehr an Marketing interessiert, auch daran, wie man zum Beispiel Start Ups groß macht.

Klara Fuchs beim Training in den Bergen
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