Unsere steinzeitlichen Vorfahren waren, zugegeben aus Mangel an verfügbaren Indoor-Alternativen, Outdoormenschen durch und durch. Das Zubereiten frischer Nahrungsmittel im Freien und am Lagerfeuer steckt tief in unserer DNA und begründet auch unsere Liebe zum Grillen und zum rauchgeschwängerten BBQ. Markus Sämmer ist einer davon. Der Aussteiger aus Münchens Spitzengastronomie hat seine „Kocherfahrungen“ von 40.000 km Australien, 8 Wochen Anden und unzähligen Trips mit seinem Vintage-VW-Bus in köstlich-wilde Rezepte „out of the door“ gepackt.

Markus Sämmers Credo: Wer draußen vor der Tür kocht, hat eine gute Lehrmeisterin – die Natur. Als die Strecken, die er abseits der Zivilisation unternahm, immer länger und die Distanz zu eben dieser Zivilisation immer weiter wurden, orientierte er sich am Sonnenstand, lernte er, die besten Lagerplätze zu finden und natürlich – unseren Urahnen gleich – wie man Feuer macht, eine windsichere Feuergrube aushebt, um Waldbrände zu vermeiden, und für dieses Feuer das richtige Holz sammelt.

Ein Mann und eine Frau sitzen draußen in der Natur und kochen etwas.
Freiheit erleben, aber nie auf Genuss verzichten.
Steffen Schulte-Lippern, The Great Outdoors, DK Verlag

Hier gleich ein Tipp des Great Outdoors Chefs: „Besser, man prüft jeden Ast einzeln. Giftige Spinnen, Skorpione und Schlangen verstecken sich gern in dem trockenen Geäst.“ Wer wie Markus Sämmer ganz weit draußen reist und lebt, sammelt oder fängt sich frische Nahrung auch selbst. Frische Fische aus dem Meer oder dem nächsten Bach, und die verschiedensten Kräuter, Früchte und Wurzeln, die in Wäldern und Feldern am Weg gedeihen, bereichern den Speiseplan. Ein wesentlicher Aspekt abseits der physiologisch notwendigen Nahrungsaufnahme ist die soziale Funktion des Essens. Andere Reisende einladen, gemeinsam essen, trinken und am Lagerfeuer das Erlebte besprechen und Geschichten erzählen. Wer reist, lernt beim Essen Menschen, Kulturen und andere Perspektiven kennen.

Ab nach draußen mit euch! Campt, kocht & genießt das Leben!“ - Markus Sämmer

Drei Menschen sitzen in einem Van und essen aus einer Schüssel.
Dieses „Gemeinsame“ am Kochen und Essen ist eines von Markus Sämmers Rezepten fürs bereichernde Outdoorleben.
Steffen Schulte-Lippern, The Great Outdoors, DK Verlag

Das Great Outdoors Kochbuch vermittelt die nötigen Kenntnisse für Ausrüstung und Outdoorküche, um draußen nicht nur zu überleben, sondern wirklich ausgeglichen und köstlich zu essen. Zwischen den Rezepten findet man Storys vom Bouldern, Mountainbiken oder Wandern. Natürlich kann es der ehemalige Starkoch nicht lassen, die grundlegenden Kochtechniken wie Zwiebelschneiden, Fischfiletieren und Brotbacken ans Campen anzupassen und sozusagen auszuwildern. Seite für Seite finden sich Rezepte aus Südamerika, aus Sämmers bayrischer Heimat und allen nur erdenklichen Regionen der Welt – viele davon hat Markus Sämmer selbst entwickelt oder neu interpretiert und sie sind wahrhaftig entlang des Weges aufgelesene Outdoorkreationen.

TIPP:

Markus Sämmers Bücher „The Great Outdoors“ und die dazupassende winterliche Ausgabe „The Great Outdoors Winter Cooking“ sind im DK Verlag erhältlich. Mehr auf: www.the-great-outdoors.de und Social Media: thegreatoutdoorsbook. 

Markus Sämmer – Koch, Sportler, Abenteurer, Autor, Unternehmer, Reisender

Markus Sämmer ist Koch aus Leidenschaft. Er ist lange in der Münchner Spitzengastronomie tätig gewesen, bevor er ein Jahr mit einem Camping-Bus durch Australien tourte und auf einer Jacht im Mittelmeer arbeitete. 2004 gründete er sein eigenes Unternehmen und betreibt seitdem eine Catering-Firma am Ammersee. Genauso leidenschaftlich, wie er kocht, ist Markus draußen unterwegs. Outdoorsport und Outdoorleben sind seine Erdung. Er ist als Kletterer, Surfer, Mountainbiker, Bergsteiger und als Alpinist im extremen Skigelände unterwegs. Während dieser Zeit wohnt er meist in seinem VW-Bus.

Ausrüstung für Campingurlaub und draußen kochen.
Das Great Outdoors Kochbuch vermittelt die nötigen Kenntnisse für Ausrüstung.
Steffen Schulte-Lippern, The Great Outdoors, DK Verlag

4 Rezepte zum Nachkochen „out of the door“

Turbo-Carbonara mit Avocado
250 g Spaghetti (z. B. helle Dinkel- oder Kamut-Spaghetti) • 1–2 Portionen Avocado-Dip mit Knoblauch und Tomate.
Die Nudeln in Salzwasser al dente kochen, beim Abgießen ein paar Esslöffel Wasser im Topf lassen und den Dip hineinrühren. Bei Bedarf mit Salz und Pfeffer abschmecken und nach Belieben noch geriebenen Parmesan und gehackte Petersilie zugeben. Die Spaghetti wieder in den Topf geben, mit der Sauce vermengen und servieren.

Superschnelle Spaghetti-Carbonara
½ Bund Petersilie • 200 g Sahne • 2 Eigelb • 4 EL geriebener Parmesan • 250 g Spaghetti (z. B. helle Dinkeloder Kamut-Spaghetti) • ½ Zwiebel • 1 Knoblauchzehe • 150 g geräucherter Speck (z. B. Südtiroler) • 1 EL Olivenöl oder Butter, Salz, Pfeffer • ½ frischer Chili nach Belieben.
Die Petersilie zupfen und fein hacken. Mit Sahne, Eigelb und Parmesan in einer Schüssel verrühren. Kräftig salzen und pfeffern. Die Spaghetti in Salzwasser al dente kochen, in einem Sieb abtropfen lassen, dabei etwas Wasser auffangen. Die Zwiebel fein würfeln, den Knoblauch zerdrücken, den Speck in Würfel oder Streifen schneiden und alles im leeren Nudeltopf mit Öl oder Butter dünsten, bis die Zwiebel glasig ist. Die Spaghetti wieder dazugeben und kräftig umrühren. Auf kleinste Flamme reduzieren und die Sahnesauce über die Spaghetti gießen. Unter ständigem Rühren die Sauce andicken lassen. Darauf achten, dass das Ei nicht stark stockt, die Sauce muss cremig bleiben. Sofort servieren.

Zwei Teller mit Spaghetti
Peter Greppmayr, The Great Outdoors, DK Verlag

Mediterraner Hähnchenschmortopf
1 Paprika • 1 Zucchini • 2 große Hähnchenkeulen • 1 rote oder weiße Zwiebel • 1 milde Peperoni, alternativ ½ TL Chilipulver • 2 Knoblauchzehen • 4 EL Olivenöl • 4 vorwiegend festkochende Kartoffeln • 1 Dose gehackte Tomaten • 100 ml Wein nach Belieben • Safranpulver oder Kurkuma • 1 kleine Dose Oliven (70–100 g Abtropfgewicht) • 1 Handvoll frische Kräuter, vorzugsweise Rosmarin, Thymian und Petersilie • Paprikapulver • Salz, Pfeffer
Paprika und Zucchini putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Hähnchenkeulen mit Salz, Pfeffer und Paprika kräftig würzen. Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden, Peperoni und Knoblauch fein hacken. Im vorgeheizten Dutch Oven oder in einem großen Topf die Keulen rundum im Olivenöl anbraten, dann aus dem Topf nehmen. Nun Zwiebel, Knoblauch und Chili in dem gleichen Öl andünsten und die Gemüsestücke zugeben. Die Kartoffeln schälen und vierteln. Die Tomaten und den Wein, falls verwendet, angießen, Gewürze zugeben, gut umrühren. Die Hähnchenkeulen mit den Kartoffeln in den Topf geben und bei aufliegendem Deckel am Rand des Feuers oder auf kleiner Flamme einmal aufkochen und dann ca. 45 Minuten schmoren (die Flüssigkeit sollte minimal sprudeln). Auf Wunsch mit Zitronenscheiben garnieren. 15 Minuten vor Ende der Garzeit die abgetropften Oliven zugeben. Die Kräuter hacken und 2 Minuten vor Ende der Garzeit einrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Schmeckt am besten mit frischem Baguette und einem Glas Wein. 

Ein Mann sitzt draußen in der Natur, vor ihm ein Kochtopf mit Essen.
Peter Greppmayr, The Great Outdoors, DK Verlag

Arabischer Tomaten-Gurken-Salat
4–6 Strauchtomaten • 1 Salatgurke • ½ mittelgroße Zwiebel (rot oder weiß) oder 1 Schalotte • 1 Zitrone (alternativ 3–4 EL heller Essig) • 3–4 Thymianstängel (alternativ Petersilie oder Koriander) • 4 EL Olivenöl • Salz, Pfeffer.
Die Tomaten waschen, vierteln und die Kerne entfernen. Die Gurke waschen, nach Belieben schälen, längs halbieren und mit einem kleinen Löffel die Kerne herausschaben. Tomaten und Gurke in etwa gleich große Stücke schneiden. Die Zwiebel fein hacken, die Zitrone auspressen (von einer Bio-Zitrone auch etwas Schale). Die Thymianblättchen abzupfen. Alle Zutaten vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Tomaten-Gurken-Salat
Peter Greppmayr, The Great Outdoors, DK Verlag