Schokolade wird im Zusammenhang mit Ernährung und Gesundheit oft negativ betrachtet, obwohl Kakaobohnen an sich voller wertvoller Inhaltsstoffe stecken. Pauschal darf man daher Schokolade gar nicht als ungesund bezeichnen – es kommt jedoch auf den Kakaogehalt und die konsumierte Menge an. 

Glücklichmacher für Körper und Geist
Die Kakaobohne verfügt über Antioxidantien, wie Polyphenole und Flavanoide, die als Radikalfänger wirken und den Körper vor Krankheiten schützen können. Noch dazu liefert Kakao ungesättigte Fettsäuren, die für eine gesunde Herzfunktion sorgen. Über 300 Inhaltsstoffe konnten in Kakaobohnen nachgewiesen werden, darunter zahlreiche Mineralien wie Magnesium, Kalzium und Eisen, die für Knochenstabilität und Stoffwechsel notwendig sind.

Der Kakaobohne werden außerdem durchblutungsfördernde Eigenschaften nachgesagt, ebenso wie blutdrucksenkende. Die vielen positiven Inhaltsstoffe fördern Hirnfunktion,  Konzentrationsfähigkeit und Immunsystem. Nicht zuletzt macht Schokolade einfach glücklich – beim Verzehr werden Glückshormone ausgeschüttet, die positiv auf unser Wohlbefinden wirken.

Baum mit Kakaofrüchten.
Im Inneren der Frucht finden sich die Samen der Kakaobohne, von einem weißen Fruchtfleisch umhüllt.
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Inneres einer Kakaobohne.
Diese müssen erst fermentiert und getrocknet werden. Für die Produktion von Schokolade anschließend geröstet und weiterverarbeitet.
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Roh oder in Schokoladenform?
Rohen Kakao bekommt man in Form roher, fermentierter Kakaobohnen, als Pulver oder als Kakaonibs - so werden getrocknete und gebrochene Kakaobohnen genannt. Rohkakao schmeckt nicht süß, sondern herb-bitter und eignet sich aufgrund seiner wertvollen Nährstoffe als gesunder Snack zwischendurch. Besonders Kakaonibs sind als Topping für Smoothies oder Müsli beliebt. 

Bei der Produktion von Kakao zu Schokolade wird die gesunde Wirkung der rohen Kakaobohne geschmälert. Herkömmliche Kakaoprodukte werden oft nur bis zu einem gewissen Grad aus Kakaobohnen hergestellt. Durch die Röstung besitzen diese nicht mehr die Nährstoffe und Qualität einer rohen Kakaobohne. Noch dazu ist die fertige Schokolade meist reich an Zucker oder Milchpulver.

Deshalb sollte man immer auf den Kakaoanteil achten. Je höher der Anteil an Kakao in der Schokolade, desto höher der Anteil der Mineralien und Nährstoffe. Dieser kann je nach Schokoladensorte sehr variieren.

Zwei Hände ausgebreitet mit vielen Kakaobohnen.
Probieren Sie rohe Kakaobohnen, als gesunde Nascherei für Zwischendurch.
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Rohe Kakaobohnen
Sie punkten mit einem intensiven Kakaoaroma und zahlreichen Nährstoffen und Antioxidantien.
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Kakaoanteil in Schokolade

  • Milch- oder Vollmilchschokolade enthält ca. 25-30% Kakaoanteil und zusätzlich einen hohen Anteil von Milch- und Sahnepulver. Diese machen die Konsistenz wesentlich weicher und zarter als von dunkler Schokolade.

  • Weiße Schokolade dürfte man streng genommen nicht als Schokolade bezeichnen, da sie keinen reinen Kakaoanteil besitzt. Sie besteht hauptsächlich aus Kakaobutter, Zucker, Milchpulver und Aromastoffen.

  • Den höchsten Kakaoanteil besitzt die Bitterschokolade. Dieser liegt bei 60-70% oder mehr. Je höher der Kakaoanteil, desto weniger süß schmeckt sie, da sie keine Milch und weniger Zucker enthält. Es gibt auch Sorten mit 85%, 90% oder sogar 100% Kakaoanteil. Während eine 100 Gramm Tafel Vollmilch-Schokolade rund 50 Gramm Zucker enthält, sind es bei einer 90%-kakaohaltigen Tafel nur 7 Gramm Zucker. Letztere enthält auch viel mehr von den gesundheitsfördernden Nährstoffen, die Kakaobohnen nachgesagt werden, aber auch mehr Fett.

Ernährungsexperten raten daher eher zum Konsum von dunkler Schokolade mit mindestens 70% Kakaogehalt und unter 20% Zucker, wobei man natürlich auch diese nicht tafelweise verschlingen soll.

Genießen Sie hin und wieder eine Rippe und lassen sie sie langsam auf der Zunge zergehen – das ist purer Genuss und da spricht wirklich nichts dagegen. Versuchen Sie zu Bitterschokolade mit kraftvollem Kakaoaroma zu greifen: Ein Geschmackserlebnis, das auf jeden Fall gesünder als zuckerhaltige Vollmilchschokolade ist.

Zerbrochene Schokoladenstücke
Bitterschokolade sättigt schnell, da der Nährstoffgehalt sehr hoch ist, im Gegensatz zu Vollmilchschokolade, wo der enthaltene Zucker das Verlangen nach mehr fördert.
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Wie kam die Kakaobohne überhaupt zu uns?
Ursprünglich stammt sie aus Mittelamerika und wurde erstmals 1500 vor Christus von den Olmeken angebaut, verarbeitet und für einfache Getränke verwendet. Die Maya übernahmen diese Kakaowissenschaft und mischten den Kakao mit Gewürzen, setzten ihn bei religiösen Ritualen und in der Medizin ein.

Erst im 16. Jahrhundert brachte der spanische Eroberer Hernán Cortéz die Kakaobohne nach Europa, zum spanischen Königshof. Dort fand die exotische Frucht durch ihre Bitterkeit anfangs nur wenig Zuspruch. Die Nachfrage steigerte sich erst, als der Kakao mit Zucker gesüßt wurde. Schnell verbreitete sich die Begeisterung und der Kakao – in Form von heißer Trinkschokolade – etablierte sich fest innerhalb des europäischen Adels. Zu Beginn noch ein Luxusgut, etwa bis Mitte des 19. Jahrhunderts, wurde er dann preiswerter und schließlich auch den breiteren Massen zugänglich.

Mittlerweile wird Kakao in Mittel- und Südamerika, Afrika oder Asien angebaut. Achten Sie beim Kauf auf fair gehandelten, nachhaltig angebauten Kakao.