Schuld ist eigentlich ihr Freund: Wenn der nicht irgendwann mit dem Triathlon begonnen hätte, dann würde Quirina-Felizitas Zwarnig wahrscheinlich immer noch Ballett tanzen. Mit Triathlon und Beziehungen, sagt die Lifestyle-Bloggerin, sei das nämlich so eine Sache: Entweder man macht es gemeinsam, dann profitieren beide davon. Oder es macht nur einer der beiden. Dann wird’s schwierig mit der gemeinsamen Zweisamkeit. „Der Sport nimmt einfach sehr viel Zeit in Anspruch“, sagt sie. Sportlich sei sie ja schon immer gewesen, sagt Quirina-Felizitas.

Triathlon als Hobby.

16 Jahre hat sie Ballett getanzt, der Vater ist leidenschaftlicher Biker, die Mama, 63, läuft Marathon. Zu laufen begann sie erst nur für sich, dann schnell auch bei Bewerben. Zunächst einen 4-kmLauf, „aus der Gaude heraus“, mit ihrem Freund. „Dann hab’ ich irgendwie gleich einen Halbmarathon gemacht und dann einen Marathon.“ Und dann hat eben der Freund „mit Ironman angefangen“ und sie begann selbst, Triathlon zu trainieren. Wie viele Kilometer sie seither gelaufen, geradelt und geschwommen ist, kann Quirina-Felizitas gar nicht sagen. Es müssen Tausende gewesen sein.

Willenskraft vs. Innerer Schweinehund

Trotz aller Sportlichkeit: Sich zu motivieren fällt ihr nicht immer leicht. „Es gibt halt gute und schlechte Phasen“, meint sie, „wie im Leben“. Im Winter zum Beispiel sei es richtig schwer. Laufen nach der Arbeit, wenn es draußen dunkel und nasskalt ist und alle anderen schon auf der Couch sitzen? Schwer! „Dann braucht es schon ein wenig Willenskraft, um sich raus zu bewegen und 20 Kilometer alleine durch die Dunkelheit zu rennen.“ Mit kleinen Tricks schafft sie’s dann doch immer wieder: Sie sieht sich  etwa gerne inspirierende YouTube-Videos an. Wenn das nicht hilft, lässt sie sich von ihrem Freund motivieren. Und hilft dann im Gegenzug ihm, den inneren Schweinehund zu überwinden. Und bei gröberen Durchhängern? Da ist sie als Lifestyle- und Modebloggerin praktisch verpflichtet, sich neue, coole Sportmode zu kaufen – sagt ja keiner, dass man am Rad nicht gut aussehen darf.

Bloggen als Beruf.

Wenn Sport die eine große Leidenschaft der Kärntnerin ist, dann ist das Bloggen über Mode und Ernährung ihre andere. Damit hat sie früh begonnen, vor bald sechs Jahren. Damals gab’s in Österreich noch keine zehn Lifestylebloggerinnen. Sie selbst sei ein Riesenfan von Chiara Ferragni gewesen, erzählt sie, und ist  es auch heute noch. „Die betreibt den Blog „The Blonde Salad“ und ist so eine Art Über-Bloggerin. Sie verdient, keine Ahnung, an die 10 Millionen Dollar im Jahr“. Nur mit Blogs? „Klar, sie ist in wenigen Jahren zur Ikone geworden, und so berühmt, dass sie sogar in der Forbes-Liste steht.“ Das habe sie fasziniert, und so habe sie ihren eigenen Blog gegründet. „Ich bin da irgendwie reingerutscht.“ Als aber Euke Frank, die Chefredakteurin der Zeitschrift Woman, auf sie aufmerksam geworden war, ging’s richtig los: Bis in die New York Times schaffte es die Bloggerin, sie gewann tausende Follower, erste Aufträ- ge stellten sich ein. Was man als Blogger noch tun muss, um erfolgreich zu sein? „Genau darauf achten, was man bloggt und über wen. Es kommt gar nicht so selten vor, dass ich Anfragen ablehnen muss. Wenn etwas nicht zu mir passt, wie zum Beispiel Werbung für alkoholische Getränke, dann mach ich’s nicht.“

Nächstes Ziel: Ironman Klagenfurt.

So stellt sie sicher, dass sie glaubwürdig bleibt – ein heikles Thema in der Welt der Blogger. Denn nur wer das Gefühl vermittelt, hundertprozentig hinter den auf der eigenen Plattform beworbenen Produkten und Dienstleistungen zu stehen, hat langfristig Erfolg. Das weiß auch Quirina-Felizitas, die zusätzlich noch das „Problem“ hat, dass sie auf Instagram ziemlich erfolgreich ist. Wofür sie wirbt, muss auch zu Instagram passen. Der Stoff wird ihr jedenfalls noch lange nicht ausgehen: Gesunde Ernährung, stylishe Mode und ein aktiver Lifestyle geben viel her. Der TriathlonSport alleine wäre Thema genug, ihre Follower leben und leiden mit ihr mit. Ein Jahr noch will sie die Halbdistanz machen, 1,9 km Laufen, 90 km auf dem Rad und 21,3 km Schwimmen; Quirina schafft das in sechs Stunden, einer Minute und fünf Sekunden. Womit sie, wie sie verrät, nicht hundertprozentig zufrieden ist – obwohl es eine Verbesserung zum letzten Bewerb ist. Vor allem die eine Minute und fünf Sekunden ärgern sie.

Quirinas große Leidenschaft ist der Triathlon. Bald will sie den Ironman in Klagenfurt absolvieren.