Meckern, raunzen, jammern – Ausdrücke für das „sich Beschweren“ gibt es in unserem Sprachgebrauch viele. Und wir alle sind gut darin, über irgendetwas zu nörgeln. Allerdings, so sagen Wissenschaftler, tun wir langfristig Körper und Geist nichts Gutes, wenn wir uns verstärkt auf unsere negativen Gedanken konzentrieren. Daher ist es wichtig, dass wir über kurz oder lang lernen, positiver zu denken.

Negatives Denken ist in unseren Genen verankert

Beeindruckende 60.000 Gedanken pro Tag beschäftigen uns im Durchschnitt. Allerdings ist nur ein Bruchteil davon – in etwa 3 Prozent – positiv. Das sagt einiges über uns Menschen aus. Aber warum ist das so? Die Antwort liegt in unseren Genen. So ist das Gehirn darauf programmiert, sich eher auf Probleme zu fokussieren als auf Dinge, die uns glücklich machen. Und das alles dank einem Urinstinkt, der unser Überleben in der Natur sichern soll, indem wir schneller auf Gefahren reagieren können. Genau aus diesem Grund überwiegen auch die negativen Gefühle in unseren sechs Grundemotionen Neugier, Ärger, Angst, Ekel, Freude und Trauer.

Mann sitzt am Fenster und schaut hinaus.
Ob wir eher positiv oder negativ denken, haben wir selbst in der Hand.

Das Gehirn austricksen

In Stressmomenten oder wenn wir traurig, wütend oder verärgert sind, aktivieren sich in unserem Gehirn Synapsen. Über diese wird nun die Information von Nervenzelle zu Nervenzelle weitergegeben. Das Gehirn speichert diese Verknüpfungen und lässt das Belohnungszentrum auf Sparflamme arbeiten. Eine Schwächung des Immunsystems und andere schwere Krankheiten wie Bluthochdruck oder Herzprobleme können daraus entstehen. Das klingt nicht gut. Aber hier die gute Nachricht: Dasselbe funktioniert auch in umgekehrter Richtung. Nämlich, wenn das Belohnungszentrum durch positive Gedanken vermehrt Glückshormone ausschüttet. Wir sind dann entspannter, optimistischer und glücklicher – unterm Strich ebenfalls gesünder.

Positives Denken liegt also nicht gerade in unserer Natur – aber unser Gehirn lernt schnell. Mit simplen Maßnahmen können wir uns selbst „umprogrammieren“, sodass wir uns einfach und effektiv auf das Gute in unserem Leben fokussieren, anstatt Negatives überzubewerten. Wer versucht, positiver zu denken, tut sich langfristig damit etwas Gutes.

Positiv denken – so klappt’s

Fokus auf schöne Dinge

Es geht nicht unbedingt darum, sich die Welt schön zu reden oder Tag für Tag die rosarote Brille aufzusetzen. Vielmehr ist es wichtig, auch bei negativen Gedanken den Schalter umlegen zu können und sich auf etwas anderes Schönes zu fokussieren. Dabei geht es vor allem um Kleinigkeiten, sei es eine gute Mahlzeit, ein heißes Bad oder ein spannendes Buch, das Sie entspannt nach dem Feierabend genießen können. Der Spaziergang am Wochenende, der erste Kaffee in der Früh oder die Sonnenstrahlen auf dem Weg in die Arbeit – wer diese kleinen und teils selbstverständlichen Alltagsdinge schätzen kann, ist insgesamt glücklicher und positiver.

Frau sitzt draußen und trink einen Tee.
Don’t worry, be happy – schon alleine unserer Gesundheit wegen ist es einen Versuch wert, positiver zu denken.

Positive Sprache

Auch unser Vokabular kann uns positiv oder negativ beeinflussen. Unser Unterbewusstsein reagiert nämlich hochempfindlich auf negative Formulierungen. Wörter wie „nie“, „Problem“ oder „Sorge“ sollten wir also weitestgehend aus unserem Wortschatz verbannen. Positive Formulierungen prägen unsere eigenen Gedanken – wer schon im Vorhinein denkt, er wird an etwas scheitern, geht schon mit dieser negativen Haltung an eine Sache heran. Eine positive Wortwahl kann helfen, sich zuversichtlicher und stärker zu verhalten.

Dinge tun, die einen glücklich machen

Einfach einmal das tun, was einen glücklich macht. Klingt einfach, ist aber nicht immer so leicht. Deshalb ist es wichtig, sich bewusst und in regelmäßigen Abständen Zeit für sich selbst zu nehmen und an ausreichend Self Care zu denken.

Negatives nicht persönlich nehmen

Jeder hat einmal einen nicht so schönen Tag. Negativität, Ärger oder schlechte Stimmung von anderen haben aber oft gar nicht mit einem selbst zu tun – kein Grund also, weiterhin darüber nachzudenken oder den Fehler bei sich zu suchen. Nur weil andere gerade schlechte Stimmung haben, heißt das nicht, dass wir selbst zum Miesepeter werden müssen. Das Beste ist, zu lachen und uns darüber freuen, dass nicht wir es sind, die sich heute über etwas ärgern müssen.

Frau lacht mit weit offenem Mund.
Vom Pessimisten zum Optimisten – positives Denken kann man üben.