Geschichtlich gesehen kann Pilates mit Yoga nicht mithalten: Yoga wurde schon vor Jahrtausenden Jahren in Indien praktiziert und ist eigentlich eine philosophische Lehre. Pilates hingegen ist nicht annähernd so traditionsreich – Joseph Pilates entwickelte es in den 1920er Jahren. Pilates ist ein Ganzkörpertraining zur Stärkung der Muskulatur. Es ist eine Form der Bewegung, aber nichts Spirituelles.

Training für den ganzen Körper
Zentrales Element dieser Sportart sind verschiedene Dehnübungen, die durch Krafteinheiten sowie gezielte, tiefe Atmung ergänzt werden. Das Pilates-Training sorgt für mehr Beweglichkeit und Kondition, da die einzelnen Übungen oft verschiedene Muskelgruppen beanspruchen. Die Gelenke werden geschont, weil es sich immer um Bewegungen im „Fluss“ handelt.

Regelmäßig ausgeübt, stärkt Pilates vor allem die Tiefenmuskulatur, verbessert die Körperhaltung und mobilisiert die Wirbelsäule. Das hat positive Auswirkungen auf Rücken- oder Knieprobleme und kann auch nach Sportverletzungen oder Problemen mit den Bandscheiben zu Verbesserungen führen. Die meisten Übungen bei Pilates dienen der Straffung der Bauchmuskulatur, trainieren den Beckenboden und Rücken – der Fokus liegt also eindeutig auf der Körpermitte. Jedoch kommen auch die restlichen Muskeln nicht zu kurz.

Zwei Frauen machen Pilates Übung mit dem Pilates Reformer.
Ausgewählte Geräte unterstützen das Pilates-Training und sorgen für Abwechslung.
AndiP / Pixabay
Zwei Frauen machen Pilates Übung mit dem Pilates Reformer.
Ausgewählte Geräte unterstützen das Pilates-Training und sorgen für Abwechslung.
Maddi Bazzocco / Unsplash

Wo kommt Pilates her?
Pilates ist ein Trendsport, der neben Yoga zu den beliebtesten Trainingsformen von Frauen zählt – dabei wurde er von einem Mann konzipiert. Joseph Pilates war ein deutsch-amerikanischer Fitnesstrainer, der diesen Sport über einen Zeitraum von vielen Jahren entwickelte. Zuerst für sich selbst, um seinen Körper zu kräftigen; später aber auch als Trainer. So wurden zum Beispiel Polizisten von Joseph Pilates in der Selbstverteidigung ausgebildet. Joseph Pilates stellte auch Geräte her, die noch heute beim Training hilfreich sind, wie etwa der Pilates-Reformer, Bälle oder Bänder. Pilates kann jedoch mit oder ohne Geräte trainiert werden.

Pilates Übungen
Zu den klassischen Pilates-Übungen zählen zum Beispiel Hüftstreckung, Stützübungen, Vierfüßlerstand, Beinheben, Schulterbrücke, Wirbelsäulen-Streckung, die Hundert, Ganzkörper-Stretching und vieles mehr. In einem Einsteigerkurs lernt man die Basics und vermeidet Haltungsfehler.

Ein wichtiger Aspekt im Pilates ist die Konzentration auf die Übungen, ihre korrekte und kontrollierte Ausführung und die begleitende, individuelle Körperwahrnehmung. Es ist kein einfaches Krafttraining, sondern hilft gezielt, Kraft, Flexibilität und Körperbewusstsein aufzubauen und den eigenen Körper besser kennen zu lernen. Joseph Pilates soll damals selbst gesagt haben: „Nach 10 Stunden fühlen Sie den Unterschied, nach 20 Stunden sehen Sie den Unterschied und nach 30 Stunden haben Sie einen neuen Körper.“

Frau macht Pilates Übung und hat Beine und Arme in der Luft.
Einige Pilates-Übungen ähneln sehr stark dem Yoga und fokussieren eine starke Körperspannung.
Wesley Tingey / Unsplash
Frau macht Pilates Übung am Boden liegend und stützt sich mit den Armen ab.
Einige Pilates-Übungen ähneln sehr stark dem Yoga und fokussieren eine starke Körperspannung.
Stocksnap / Pixabay