Kaffee ist eines der Lieblingsgetränke der Österreicher. Schon der Geruch eines frisch aufgebrühten Kaffees ist für viele Menschen purer Genuss. Kein Wunder also, dass Kaffee eines der weltweit am häufigsten konsumierten Getränke ist. Auch die soziale Komponente ist bedeutsam: Das Genussmittel vereint uns - die meisten Treffen finden in einem Café statt.

Von Espresso, über Verlängerter, Cappuccino, Latte Macchiato bis zu Mokka: Kaffee-Variationen gibt es ohne Ende und genauso viele Meinungen zu Kaffee gibt es auch. Trotz berichteter negativer Effekte, zeigen wissenschaftliche Studien auch, dass Kaffee in Maßen längst nicht ungesund ist, wie früher oft behauptet. Der „schwarze Sud“ soll auch zahlreiche positive gesundheitliche Wirkungen haben. Das Thema ist umstritten – wir geben hier einen kleinen Überblick.

Wirkung auf die Gesundheit

Zunächst einmal: Die entwässernde Wirkung von Kaffee wurde in wissenschaftlichen Studien nicht bestätigt. Die Sorge, dass Kaffee dem Körper Vitamine und Mineralstoffe entzieht, soll bei gesunden Menschen ebenso unbegründet sein.

Neben dem guten Geschmack und seiner belebenden Wirkung, werden dem Kaffeekonsum sogar Vorteile nachgesagt: Kaffee soll unter anderem das Hungergefühl dämpfen, bei Kopfschmerzen helfen – das Koffein soll eine schmerzlindernde Wirkung haben – das Diabetesrisiko senken, die Verdauung anregen, vor Dickdarm- und Leberkrebs schützen und einen positiven Einfluss auf das Nervensystem und die Gehirntätigkeit haben. Auch Herz-Kreislaufleiden sollen durch moderaten Kaffeekonsum gesenkt werden. Kaffee enthält Mineralien, Proteine und Antioxidantien. Letztere hemmen unter anderem die Hautalterung. Nicht zuletzt spricht man dem Kaffee auch eine positive Wirkung auf die Stimmung zu.

Sack mit Kaffeebohnen
Kaffee ist eines der weltweit am häufigsten konsumierten Getränke.
Tina Guina / Unsplash

Die Dosis macht das Gift

Immer vorausgesetzt aber, man konsumiert Kaffee in Maßen! Bis zu drei oder vier Tassen täglich sollen gesundheitlich gesehen in Ordnung sein. Man darf nämlich auch die Wirkung des Koffeins nicht unterschätzen, das gerade in Kombination mit diversen Medikamenten unerwünschte Nebenwirkungen haben kann.  Manche Menschen reagieren auf Koffein bzw. ein zu viel an Koffein mit Schlafstörungen, Magenschmerzen oder Unruhe – hier gilt immer, auf seinen eigenen Körper zu hören. Während manch einer zum Beispiel Kaffee nicht auf nüchternen Magen trinken kann, verträgt ein anderer sogar abends kurz vor dem Schlafengehen noch eine Tasse – ohne Einschlafprobleme.

Kaffee sollte also auch nicht pauschal verteufelt werden. Das enthaltene Koffein wirkt bei jedem anders und kann auch Entzugserscheinungen hervorrufen. Selbst bei mäßigen Kaffeekonsum, berichten manche von Kopfschmerzen, Verstopfung oder Reizbarkeit, wenn sie einige Zeit auf das Koffein verzichten. Übrigens, auch Bitterschokolade oder diverse Teesorten enthalten Koffein. Menschen, die mit Schlafproblemen zu kämpfen haben, sollten Kaffee lieber meiden oder dieses Genussmittel möglichst vormittags zu sich nehmen.

Achtung: Ein Kaffee mit viel Milch, Zucker, diversen Toppings  oder ähnlichem kann das Getränk auch schnell zur Kalorienbombe werden lassen. Kaffee ist auf jeden Fall ein Genussmittel und sollte in Maßen konsumiert werden. Jemand, der einen ungesunden Lebensstil hat, wird auch durch Kaffee nicht gesünder - Kaffeegenießer pflegen oftmals einige andere ungesunde Gewohnheiten, wie Nikotinkonsum, wenig Bewegung oder schlechte Ernährung. Diese Faktoren werden auch durch positive Eigenschaften von Kaffee nicht ausgeglichen. 

Verschiedene Tassen mit Kaffee
Kaffee wird in unzähligen Varianten serviert und in den Ländern und Kulturen unterschiedlich genossen.
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Wusstet ihr, dass…

  1. …ein Kaffee vor dem Sport die sportliche Leistungsfähigkeit erhöhen soll?

  2. …Kaffee unsere Kreativität und Aufmerksamkeit durch die Aktivierung der Gehirnzellen fördert?

  3. …Kaffee das Diabetesrisiko senken soll und Antioxidantien enthält, die gegen Alterungsprozesse wirken?

  4. …Kaffee die Verdauung fördert? So kann ein träger Darm positiv beeinflusst werden.

  5. … die beliebteste Kaffeesorte Arabica ist? Diese enthält nur wenige Bitterstoffe und ist in unterschiedlichen Aromen erhältlich.

  6. … der teuerste Kaffee der Welt bis zu 1200 Euro pro Kilo kostet? Dazu zählen der Kopi Luwak aus Indonesien, bei dem Kaffeebohnen von Schleichkatzen gegessen und ausgeschieden werden, ebenso wie der Black Ivory Coffee aus Thailand, die dafür Elefanten einsetzen.  

  7. … der "Tag des Kaffees" in Österreich am 1. Oktober gefeiert wird?

  8. … innerhalb von 30 Minuten das Koffein im Körper verteilt wird?

  9. … in Brasilien die meisten Kaffeebohnen angebaut werden?

  10. … die Finnen unter den Europäern den höchsten Pro-Kopf-Konsum von Kaffee haben? Auch in den anderen nordischen Ländern wie Norwegen, Island und Schweden ist Kaffee sehr beliebt - sie folgen dicht nach Finnland. 

Frau in Startposition für einen Lauf
Kaffee vor dem Sport soll eine zusätzliche Leistungssteigerung bringen.
Spencer Dahl / Unsplash

Kaffeetrends

Ein neuer Hype aus den sozialen Medien ist "Bulletproof Coffee", bei dem schwarzer Filterkaffee mit einem Löffel Butter oder Kokosöl getoppt wird. Das Getränk soll wegen seines Fettgehaltes ein komplettes Frühstück ersetzen, gegessen wird dann erst wieder zu Mittag. Durch diesen morgendlichen Verzicht auf Kohlenhydrate – Zucker muss auch gemieden werden – soll mehr Fett verbrannt werden und für eine lange Sättigung gesorgt sein.  

"Cold Brew Coffee" ist ebenso ein neuer Trend: der Kaffee wird mit der Frenchpress kalt gebrüht, was jedoch einige Stunden dauert. Danach wird er mit Eiswürfeln, Wasser oder mit Milch & Co. gemischt und vor allem im Sommer gerne getrunken.

Auch der sogenannte „Egg Coffee“ findet langsam seinen Weg zu uns. Diese Kaffeevariation stammt aus Vietnam und beinhaltet Kaffee in Kombination mit schaumig geschlagenem Eigelb und Zucker. Vielleicht gewöhnungsbedürftig, soll aber richtig gut schmecken.  

Cold Brew Coffee
Cold Brew Coffee enthält weniger Säuren und Bitterstoffe als heiß aufgebrühter Kaffee und ist an heißen Sommertagen sehr erfrischend.
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