Der Widerspruch hat eigentlich schon lange fast allen Outdoorbegeisterten wehgetan: Alle wollen raus in die Natur, viele sind aber mit künstlichen Mikrofasern umhüllt, mit Wegwerfbatterien und Stromfressern gewappnet und essen aus Wegwerfpackungen. Dabei kämpfen die Ozeane gegen Mikroplastik unserer Textil- und Verpackungsmaterialien und unsere Abgase führen zu Wetter-Extremen von Überschwemmungen bis zu klimabedingten Felsabsprengungen ganzer Alpengipfel.

Wandern, Aktivurlaube, Aktivitäten in der Natur liegen im Trend und tun uns Menschen gut. Wie kann man aber Outdoor unterwegs sein und einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit leisten? Wir haben ein paar Tipps gesammelt:

Müllvermeidung & Entsorgung
Wenn wir draußen unterwegs sind, im Wald, am Wasser oder in den Bergen, dann müssen wir diese Orte auch schützen und sauber halten. Dabei geht es nicht nur darum, seinen eigenen Müll wieder mitzunehmen – sondern auch darum, ihn ganz zu vermeiden. Verzichten Sie auf To-Go Produkte und Einwegverpackungen und nehmen sich Ihr Picknick in wieder verwertbarer Verpackung mit. Das ist nicht nur gesünder, da wir selbst entscheiden, was drin steckt, sondern auch besser für die Umwelt.

Plogging
Coole Sache – seit einigen Jahren ist „Plogging“ als Fitnesstrend bekannt. Es ist eine Kombination aus Jogging und Müll sammeln („plocka“ heißt auf Schwedisch so etwas wie „sammeln“). Während des Laufens wird Abfall, den man auf dem Weg findet, aufgehoben. Die Stopps und Beugungen sorgen nicht nur für einen fitten Körper, sondern auch eine saubere Umwelt.

Frau sammelt Müll im Wald auf.
Mitnehmen statt wegsehen: Auch wenn es nicht Ihr eigener Müll ist, packen Sie ihn ein und die Umwelt wird es danken.
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Grüne Unterkunft
Keiner muss im Zelt übernachten, um möglichst nachhaltig unterwegs zu sein (es kann dennoch ein echtes Abenteuer sein!). Es gibt aber genügend Unterkünfte, die sich auf nachhaltigen Tourismus spezialisiert haben. Das inkludiert Umweltschutz aber auch den Fokus auf Regionalität und lokale Strukturen. Bei Green Pearls® finden Sie zum Beispiel nachhaltige Plätze weltweit. Die Hotels werden dort aufgrund ihrer nachhaltigen Kompetenz und grünen Projekte ausgewählt, berücksichtigt werden Architektur, Umwelt, Wasserverbrauch, Energie- oder Müllmanagement. www.greenpearls.com

Auch wenn es keine nachhaltig-zertifizierte Unterkunft ist, gibt es Möglichkeiten für umweltbewusstes Handeln: Entdecken Sie vor Ort regionale Speisen der lokalen Bevölkerung und verzichten auf importierte Produkte, reduzieren Sie Ihren Wasserverbrauch oder nutzen Sie regionale Transportmittel.

Anreise - schnell, bequem und umweltfreundlich
Nachhaltigkeit ist auch bei der Anreise in die Natur ein Thema. Wer klimaschonend reisen möchte, steigt auf möglichst umweltschonende Verkehrsmittel wie Bus und Zug um. Das dauert mitunter vielleicht etwas länger, Wander- oder Skibusse sind jedoch auch kostengünstiger, die Anreise ist stressfreier und bequemer. Wer Lust hat und sportlich ist, für den bietet sich auch eine mehrtägige Tour mit dem Rad an – mit dem richtigen Bikepacking wird das Rad somit zum ökologischen Reisemobil für Erlebnistouren.

Rad im Sonnenuntergang
Die Natur intensiv wahrnehmen, umweltfreundlich unterwegs sein und ein echtes Abenteuer erleben? Dann ist eine Tour auf dem Bike genau das Richtige.
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Nachhaltige Outdoor-Bekleidung
Immer mehr Outdoor- und Sportausrüster versuchen auch, Umwelt- und Naturschutz in der Produktion ihrer Produkte zu berücksichtigen. Höchste Zeit, dass sie gerade für Outdoorfans Alternativen aufzeigen. Viele Unternehmen in dieser Branche haben das Thema Nachhaltigkeit in ihren Produktionsbedingungen aufgenommen, das geht von fairen Bedingungen für Menschen in der Herstellung, aber auch über einen sparsamen Umgang mit Ressourcen, Verzicht auf diverse umweltschädigende Materialien oder Einsatz von recycelten Stoffen.

Einige Ausrüster haben spezielle umweltfreundliche Produktlinien, eigene Green Labels, dazu finden Sie auf deren Homepages mehr. Nachhaltige Outdoor-Marken finden Sie auch beim Bergzeit Magazin. Patagonia, Vaude und Ortovox sind Beispiele – hier lohnt sich ein genauer Blick auf ihre Produktpalette. Adidas ist einer der Mitbegründer von Parley for the Oceans™, einem Netzwerk von Kreativen, Politikern und NGOs, die ein globales Bewusstsein für die Umweltprobleme unseres Planeten schaffen wollen. Gemeinsam mit Parley hat adidas ein ganzes Sortiment von Produkten geschaffen, das aus Plastik produziert wird, das aus den Ozeanen gefischt wurde.

Ebenso genial: BioLite hat das Solarkraftwerk für Outdoorabenteurer und Reisende entwickelt. Ein ultraleichtes, tragbares Solarpaneel, das fast überall genug Energie zum Aufladen elektronischer Geräte liefert und dabei noch bis zu 2.200 mAh für spätere Not- und andere Fälle speichert. Das Paneel lässt sich am Rucksack montieren, auf unebenen Böden aufstellen oder am Zelt aufhängen und fast beliebig um weitere Module erweitern. bioliteenergy.com

2 Frauen gehen im Wald
Umweltschutz heißt auch Menschenschutz - denn von einer intakten Umwelt leben nicht nur wir, sondern auch zukünftige Generationen.
Larisa Birta / Unsplash

Umweltschutz für das Wunder Mensch
Nicht nur Menschen, die den Planeten Erde so intensiv und aktiv entdecken wollen, tragen eine spezielle Verantwortung, diesen auch für kommende Generationen zu bewahren. Damit „Outdoor“ auch noch für unsere Urenkelkinder kein klimatisches Schreckensszenario darstellt, sondern etwas natürlich Positives, das es mit allen Sinnen zu erleben gilt.

Umweltschutz betrifft aber uns alle, denn so schützen wir das „Wunder Mensch“. Wir sind von der Natur anhängig, von ihrem Klima, von ihren Ressourcen, von der gesamten Umwelt um uns herum. Ein achtsamer Umgang ist notwendig und dieser Verantwortung kann sich keiner entziehen.