Es gibt noch keine Möglichkeit, gezielt gegen das Coronavirus vorzugehen. Virologen gehen davon aus, dass Antikörper im Falle einer überstandenen Erstinfektion vor einer Neuinfektion schützen. Man weiß aber nicht, wie lange dieser Schutz anhält.

Wie bei allen Infekten mildert jedoch ein starkes Immunsystem in der Regel den Krankheitsverlauf oder verhindert ihn überhaupt.

Glücklicherweise können wir für unser Immunsystem auch viel tun, um es bei der Abwehr gegen negative Einflüsse zu stärken – dazu zählen übrigens nicht nur Viren, auch Bakterien, Parasiten, Pilze oder ähnliches müssen bekämpft werden.  

Frau niest in ein Taschentuch.
Häufige Krankheitsinfekte, Erschöpfung, Müdigkeit und Energielosigkeit können Signale für eine schwache Immunabwehr sein.
People Images / iStock

Woraus besteht überhaupt das Immunsystem?

Die menschliche Immunabwehr im Allgemeinen besteht aus zahlreichen Komponenten: Zellen, Moleküle oder verschiedene Organe schützen gemeinsam bei der Verteidigung gegen Infektionen.

Das Immunsystem besteht aus dem angeborenen (unspezifischen) und dem erworbenen (spezifischen) Teil. Beide sind eng verknüpft und wirken gemeinsam. Dieses System gilt es zu stärken, damit es mit Fremdkörpern jeder Art gut zurechtkommt und diese unschädlich macht.

Die „angeborene“ Immunität – die Killer- und Fresszellen – wendet sich gegen alles, was körperfremd ist, ohne dass sie vorher mit diesem Eindringling in Berührung gekommen ist. Die „erworbene“ Immunabwehr hingegen bildet sich erst nach Kontakt mit einem bestimmten Erreger. Bei der Bekämpfung dieses Erregers bilden sich Antikörper, die sich diese Information merken. Bei erneutem Kontakt mit diesem Erreger wehren diese Zellen ihn rasch und gezielt ab.

Blaues Bild von Viren
Das Immunsystem des Körpers ist dafür verantwortlich, krank machende Viren, Bakterien, Pilze & Co. aufzuspüren und zu bekämpfen.
Pixabay

Glücklicherweise gibt es einige Wege, wie wir unseren Körper bei der Abwehr unterstützen können.

Tipps zur Stärkung des Immunsystems:

1. In die Sonne gehen
UV-Strahlung in geringer Dosis ist wichtig, damit unser Körper Vitamin D produziert. Vitamin D wird grundsätzlich zu 80-90% durch Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet. Es stärkt Knochen, Zähne, die Hautbarriere und vor allem die Abwehrzellen des Immunsystems. Aufgrund unserer geographischen Lage, unseres Lebensstils und dem Umstand, dass wir einen hohen Lichtschutzfaktor verwenden sollten, wenn wir in die Sonne gehen, führen dazu, dass wir in unseren Breiten fast ein „Vitamin-D-Mangel-Gebiet“ sind.

2. Ausreichend Bewegung
Regelmäßige, moderate Bewegung stärkt das Immunsystem. Aber Achtung vor Übertreibung – zu viel Belastung erzielt den gegenteiligen Effekt, denn die Immunzellen sinken in die Erholungsphase ab und sind anfälliger für Infekte. Gut geeignet sind Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren, Schwimmen, aber auch Spazieren gehen oder ein kurzes Workout zuhause.

Frau steht in der Sonne.
Unser Immunsystem freut sich über etwas Sonnenstrahlung, da der Körper dies braucht, um Vitamin D zu bilden.
Vrqa / Unsplash

3. Regelmäßig lüften
Nicht nur Frischluft ist wichtig – auch das regelmäßige Lüften der Wohnräume zählt dazu. Warme Heizungsluft trocknet Schleimhäute aus und Erreger werden schlecht abtransportiert. Zusätzlich können sich Erreger in stickigen, ungelüfteten Räumen besser verbreiten. Am besten mehrmals täglich kurz stoßlüften.

4. Genügend trinken
Damit bleiben nicht nur alle Körperfunktionen in Schuss – ausreichend Trinken bewässert gezielt die Schleimhäute, die eine wichtige Barriere im Kampf gegen Eindringlinge darstellen. Sind die Schleimhäute zu trocken, können Bakterien, Viren & Co. nicht gut abtransportiert werden und vermehren sich leichter. Optimal sind Wasser und ungesüßte Tees, verdünnte Fruchtsäfte. Zwei bis zweieinhalb Liter werden meist empfohlen.

Person schenkt sich ein Glas Wasser ein.
Trinken unterstützt ein starkes Immunsystem. Wichtig ist es, rund zwei Liter über den Tag verteilt zu trinken.
Sandra Seitamaa / Unsplash

5. Ausreichend Schlaf
Im Schlaf regeneriert sich alles – auch die Abwehrzellen. Wer wenig schläft, ist nicht nur müde und weniger leistungsfähig, sondern auch infektanfälliger. Sieben bis acht Stunden pro Tag werden im Durchschnitt empfohlen.

6. Vitaminreiche Ernährung mit Spurenelementen
Eine einseitige Ernährung mit zu viel Zucker und schlechten Kohlenhydraten wirkt ungünstig auf Stoffwechsel und Immunsystem. Wir setzen zur Stärkung der Immunabwehr auf Obst, Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkornprodukte oder fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut – je bunter und natürlicher, desto besser. Wichtig auch: Schonend gegart, nicht zu viel Hitze, wenig verarbeitet, damit Vitamine und Mineralstoffe optimal erhalten bleiben.

Frau liegt am Bauch im Bett.
Genügend Schlaf und Erholung spielen eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit einem starken Immunsystem. Wer oft gestresst ist, ist auch anfälliger für Infekte.
Vladislav Muslakov / Unsplash

7. Alkohol, Stress und Rauchen vermeiden
Alkohol und Rauchen schwächen das Immunsystem. Auch Dauerstress macht krank – legen Sie öfter eine bewusste Pause ein.

8. Auf Hygieneregeln achten
Wer die viel angesprochene Händehygiene sowie Hust- und Niesetikette einhält, nimmt weniger Erreger auf. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen, sich nicht ins Gesicht greifen, in die Ellenbeuge oder in ein Taschentuch husten und ähnliches.

Man sieht: Mit bereits wenigen, einfachen Tipps und Tricks lassen sich die körpereigenen Abwehrkräfte schon sehr gut stärken. Gesund bleiben! ;-)

Frau wascht sich die Hände.
Hände gehören zu den häufigsten Überträgern von Krankheitserregern. Nur durch eine gute Handhygiene wird dieser Übertragungsweg unterbrochen. Gründliches Händewaschen dauert rund 20 Sekunden.
Martin Slavoljubovski / Pixabay