Muhammad Ali, Mike Tyson, Floyd Mayweather – alle großen Boxchampions haben eines gemeinsam: Sie sind absolute Kraftpakete. Und mussten dafür richtig viel einstecken können. Aber Boxen ist heute längst kein Haudrauf-Sport mehr. Das beweist der neueste Trend in der Sportlerszene: Immer mehr Fitnessstudios bieten Trainings-Programme mit Box-Elementen an und treffen damit voll ins Schwarze. Sportbegeisterte zeigen ein großes Interesse und tauschen die Hanteln gegen den Boxhandschuh. Der Kampf im Ring bleibt ihnen aber erspart. Fitnessboxen ist im Grunde wie Boxen – aber ohne Gegner. Im Mittelpunkt stehen die Bewegungsabläufe und das Training. Je nach individueller Ausrichtung des Programms gibt es verschiedene Zugänge zum Fitnessboxen. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen in den ausgewählten Übungen.

Während das sogenannte Box Conditioning dem konventionellen Boxen noch am nächsten kommt, geht es beim Box Aerobic darum, Schlagbewegungen zur Musik zu synchronisieren. Ähnlich auch bei Tae Bo, das im Vergleich zum Box Aerobic einen stärkeren Kickbox-Fokus setzt. Weitere Varianten sind Body Combat, eine Mischung aus verschiedenen Kampfsportarten, und Thaiboxen, bei dem klassische Boxtechniken mit Tritten, Kniestößen und Haltetechniken kombiniert werden.

3 Personen boxen gegen Boxsack.
Trainiert wird auch ohne Gegner. Der Schlag gegen den Sandsack ist dafür ein hervorragender Stress-Killer.
Jaen Stock / Westend61 / picturedesk.com

Aber wozu das alles? Fitnessboxen aktiviert alle Muskelgruppen im menschlichen Körper und eignet sich hervorragend für ein ganzheitliches Training. Dank der vielfältigen Bewegungsabläufe beim Boxen kommt der gesamte Körper zum Einsatz, wodurch gleichzeitig Ausdauer, Muskelkraft, Schnelligkeit und Konzentrationsfähigkeit trainiert werden können.

Der angenehme Nebeneffekt: Pro Stunde kann der Körper dabei bis zu 800 Kalorien verbrennen. Im fortgeschrittenen Trainingsverlauf führt Boxen außerdem zu einem besseren Gleichgewichtssinn sowie mehr Koordination. Und gerade an stressigen Tagen kann es Wunder wirken, sich einfach mal am Boxsack abzureagieren. Fitnessboxen stärkt die Psyche und führt allgemein zu einem besseren Körpergefühl sowie mehr Selbstbewusstsein.

Dass der Boxsport längst keine reine Männerdomäne mehr ist, beweist das stark steigende Interesse von Frauen am Fitnessboxen. Kein Wunder – denn die Vorteile liegen auf der Hand: Nicht viele Sportarten ermöglichen es, den gesamten Körper gleichzeitig zu trainieren. Als All-in-one-Sport erzielt das Fitnessboxen den maximalen Trainingseffekt bei gleichzeitig minimalem Zeitaufwand und kann als Ventil für Stress und Ärger dienen. Ganz ohne Kampf. Und ohne Haken.

Zwei Frauen boxen gegeneinander.
Fitnessboxen ist keine Männerdomäne: Das Ganzkörpertraining wird auch bei Frauen immer beliebter.
Christian Vorhofer / Westend61 / picturedesk.com