Zugegeben: Sie sehen nicht immer appetitlich aus. In der Küche sind dehydriertes Obst und Gemüse aber eine Geheimwaffe, die die Völker Mesopotamiens und Kleinasiens schon vor mehr als 5.000 Jahren zu schätzen wussten. Denn ursprünglich stammt die Tradition der Trockenfrüchteherstellung aus dem Orient – der heutigen Region Iran, Irak, Syrien, Türkei. Bis heute sind gerade dort Datteln, Feigen, Rosinen und Berberitzen wesentliche Bestandteile der regionalen Küchen und verleihen den Speisen nicht nur spannende aromatische Kombinationen, sondern tragen viel zur Vielfalt der Nährstoffe bei. 

Wasser raus, Vitamine drin!
Durch den Wasserentzug beim Dörren intensiviert sich der Geschmack der Lebensmittel, weil die Flüssigkeit entzogen wird und sich die Aromastoffe so in der Trockenfrucht konzentrieren. Auch Vitamine und Mineralstoffe bleiben erhalten. Der Prozess des Dehydrierens steigert zudem die Haltbarkeit von Nahrungsmitteln, weil er Bakterien mit der Flüssigkeit die Lebensgrundlage entzieht. Früher konservierte man so wichtige Nahrungsmittel und kam damit über den Winter. Auch heute kann man sich die Früchte und Aromen des Sommers mit in die Winterküche nehmen – und braucht dazu keine chemischen Konservierungsstoffe. 

Achtung Zucker!
Bei allen gesunden Vorteilen der konservierten Sommerfrüchte gibt es doch auch Dinge zu beachten, die den Genuss im Übermaß zum Dickmacher machen können. Eine ordentliche Portion Dörrfrüchte von ca. 40 g (eine Handvoll) hat annähernd die gleiche Menge an Kalorien wie eine Rippe Schokolade. Und bei den köstlichen Trockenfrüchten bleibt es leider oft nicht bei einer Handvoll, und schon sind eine Menge Kalorien genascht worden, die sich dann als Winterspeck unangenehm an den Körper schmiegen. Besonders bei Kindern ist durch den hohen Zuckergehalt der Trockenfrüchte neben den Kalorien auch das Thema Karies im Auge zu behalten.

Energie pur
Die Energie der Trockenfrüchte ist jedoch wesentlich „nachhaltiger“ und wird vom Körper aufgrund der vielen komplexen Kohlenhydrate langsamer verstoffwechselt als reiner Zucker. Das macht sie zu idealen Energielieferanten für Ausdauersportler. Auch im Büro und bei körperlicher Arbeit sind sie ein wertvoller Snack zwischendurch - mit der Kraft der Natur. Eine süße Belohnung, die noch dazu die Leistung steigert!

Die Stars des Trocknen
Diese Früchte eignen sich ganz besonders zum Dörren – für alle gilt, dass nur ganz reife Früchte gedörrt werden sollten:

  • Äpfel
  • Birnen (Kletzen)
  • Zwetschgen (Dörrpflaumen)
  • Weintrauben (Korinthen, Rosinen, Sultaninen)
  • Tomaten (die berühmten „Pomodori Secchi“)
  • Marillen
  • Südfrüchte wie Banane, Mango, Papaya

WELL-TIPP: Dörren ohne Dörrer

Wenn kein Dörr-Automat vorhanden ist, kann man zum Dehydrieren auch das Backrohr nutzen. Die Temperatur sollte zwischen 40 und 50 Grad sein. Bei zu wenig Hitze kann sich Schimmel bilden, bei zu hohen Temperaturen läuft Saft aus, weil die Zellen im Lebensmittel bersten. Damit die feuchte Luft abzieht, müssen Backöfen ohne Heiß- und Umluftfunktion einen Spalt breit offen bleiben.  Dauern kann der Dörrprozess bis zu zwei Tage. Zum Trocknen eignet sich beinahe alles – von der Mangospalte bis zur Gurkenscheibe. Abwechslung garantiert!

Getrocknete Gojibeeren
Gojibeeren sieht man meist nur in getrockneter Form. Die kleine Beere hat sich in den letzten Jahren als richtiges „Superfood“ einen Namen gemacht.
ivabalk / Pixabay
Getrocknete Äpfelspalten
Ein Apfel am Tag hält den Doktor vom Leib - so ein Sprichtwort. Ob getrocknet oder frisch, der Snack liefert viele Vitamine und die Verdauung freut sich über die zusätzlichen Ballaststoffe.
congerdesign / Pixabay
Getrocknete Marillen
Getrocknete Marillen sind schmackhaft und süß, und dabei auch noch wahre Vitaminbomben: Sie enthalten Vitamin A, Vitamin C, Beta Carotin, Mineralstoffe und vieles mehr.
Engin Akyurt / Pixabay