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Wenn Sie wissen wollen, wie Wasser wirkt:

Zehn Fakten zum Trinken, Wasser und zum Durst

Durst © istock
 
 
Dass Sie genug trinken sollen, vor allem wenn es heiß ist, das wissen Sie bereits. Dass Bier, Kaffee und Cola nicht gemeint sind, wenn man Ihnen rät, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, können Sie sich auch ausrechnen. Aber wieso ist das so?
 
1. Warum müssen wir trinken?
Jeden Tag verlieren wir etwa zwei bis drei Liter Wasser ganz ohne unser Zutun über Ausscheidungen, die Haut und die Lunge. Das muss ersetzt werden, denn der menschliche Körper besteht überwiegend aus H2O. Kein Zweifel: Es die Grundlage unseres Lebens. Unser Gehirn zum Beispiel besteht zum überwiegenden Teil (75%) nur aus Wasser. Um leistungsfähig zu bleiben, braucht das Gehirn ebenfalls Flüssigkeit: In Summe pumpt der Körper im Lauf eines Tages 1.400 Liter durch unser Denkorgan.
 
2. Wieviel müssen wir trinken?
Kommt darauf an, wieviel wir wiegen. Die Mindestmenge liegt bei 1,5 Liter Wasser pro Tag. Warum so wenig, wenn wir doch viel mehr Wasser verlieren? Weil viele Lebensmittel Wasser enthalten und wir es also auch über unsere feste Nahrung zu uns nehmen. Darum ist auch die Frage „Wieviel Wasser darf es sein?" nicht leicht zu beantworten. Tatsache ist: Man kann auch zu viel trinken. Es gibt so etwas wie eine „Wasservergiftung". In ganz seltenen Fällen wirkt sich ein Zuviel an Wasser negativ aus: wenn der Natriumgehalt des Körpers unter ein bestimmtes Niveau sinkt. Man nennt das Phänomen Hyperhydration; es geht mit einer Funktionsstörung der Niere einher.
 
3. Was passiert, wenn wir zu wenig trinken?
Unser ganzer Körper gerät aus dem Gleichgewicht. Unser Blut etwa wird buchstäblich dicker. Das erschwert den Sauerstofftransport und belastet zudem den Kreislauf. Blutgerinnsel werden wahrscheinlicher. Uns wird immer heißer, denn jene Teile, mit denen wir überschüssige Wärme nach außen abgeben, können nicht mehr richtig durchblutet werden. Ganz ohne Flüssigkeitszufuhr hält es unser Körper nicht länger als zwei bis drei Tage aus, während die meisten Menschen bis zu einem Monat ohne feste Nahrung überleben können.
 
4. Kalt vs. warm
Der Körper giert nach einem eiskalten Glas Wasser, die Ernährungsexperten raten zu warmem Tee. Wer hat recht? Was tatsächlich besser für den Körper ist, ist schwer zu sagen. Im arabischen Raum, wo's schnell mal um die 40 Grad im Schatten hat, trinkt man Tee. Auch Pflanzen reagieren empfindlich auf zu kaltes Wasser. Andererseits: Nichts hilft so, einen überhitzten Körper zu kühlen, wie Eiswasser. Und wenn wir Schluckauf haben, gilt eiskaltes Wasser als ein Geheimrezept: Es reizt den Nervus Vagus, einen Nerv in der Nähe des Magens, und beendet das „Schnackerlstoßen". Aber: Kaltes Wasser im Magen regt die Schweißproduktion mehr an als warme Getränke. Das kann gut sein – wenn wir schwitzen, hilft das, den Körper zu kühlen – olfaktorisch aber kann's auch unangenehm sein. Letztlich ist es wohl Gefühlssache: Jeder weiß selbst, was er am besten verträgt.
 
5. Kann man mit Wasser den Kater nach Alkoholgenuss vermeiden?
Ein klares Ja! Am hilfreichsten ist natürlich, Wasser STATT Wein zu trinken. Dass in der gehobenen Gastronomie gerne ein Glas Wasser als zusätzliches Getränk zu Kaffee oder Wein gereicht wird, hat einen guten Grund. Es hilft vor allem, den durch die „treibenden" Kräfte verursachten Flüssigkeitsverlust wieder wett zu machen. Im Magen verdünnt das Wasser den Alkohol gewissermaßen: Wenn auch die Gesamtmenge gleich bleibt, so nimmt das Blut den Alkohol ein wenig langsamer auf. Ganz abgesehen davon, dass man dazu neigt, weniger und langsamer zu trinken, wenn man Wasser zum Wein trinkt.
 
6. Kann Wasser Kopfschmerzen lindern?
Das kommt auf die Art der Kopfschmerzen an. Die können viele Ursachen haben, die man am besten mit seinem Arzt abklären sollte. Dehydrierung, also ein Wassermangel im Körper, gehört jedenfalls definitiv zu den Verursachern von Kopfschmerzen.
 
7. Hilft Wasser, dem Muskelkater vorzubeugen?
Too much of one thing, good for nothing! So lautet ein englisches Sprichwort, auf Deutsch etwa „Allzu viel ist ungesund!" Das gilt auch für sportliche Aktivitäten. Das einzig sichere Mittel, um Muskelkater vorzubeugen, ist also, entweder gar nicht oder richtig zu trainieren. Dazu gehört, sich weder zu über- noch zu unterfordern, aber u.a. auch richtiges Dehnen. Viele Ratgeber empfehlen, Wasser zu trinken, um den Muskelkater zu vermeiden. Wissenschaftliche Belege dafür, dass alleine das Wassertrinken Muskelkater vermeiden hilft, gibt's jedoch nicht. Belegt ist allerdings, dass Wassereinlagerungen in einem durch Mikrorisse verletzten Muskel Schmerzen verursachen.
 
8. Macht kaltes Wasser zu Steinobst Bauchweh?
Es gehört zu den beliebtesten Märchen, die uns unsere Omas erzählt haben: Wasser und Kirschen vertragen sich nicht. Diese Binsenweisheit fällt in die Kategorie „Kaugummi verpickt den Magen" und „Eine Stunde nach dem Essen sollst du nicht schwimmen gehen". Eine Korrelation von Bauchschmerzen nach dem Genuss von Wasser und Kirschen, Pflaumen oder Marillen ist wissenschaftlich nicht erwiesen.
 
9. Macht Wasser satt?
Nein. Wasser füllt zwar den Magen und hilft, ein Sättigkeitsgefühl vorzutäuschen. Dieses klingt jedoch bald wieder ab. Tatsächlich hat Wasser keine Kalorien. Es führt dem Körper zwar Salze und Spurenelemente zu, hat aber ansonsten keinen Nährwert.
 
10. Wasser, Wein und der Wangenkuss
Im alten Rom und im antiken Griechenland war es üblich, den Wein mit Wasser zu mischen. Damit setzte man die berauschende Wirkung des starken Weines herab, denn Exzesse galten als verpönt. Zumal soll der Wein dieser Zeit eher nach Essig als nach unserem heutigen Wein geschmeckt haben. Den Damen jedenfalls half das Wasser im Wein dabei, sittlicher zu erscheinen, denn die römischen Männer sollen mittels Wangenkuss vor allem bei Frauen überprüft haben, ob sie wohl nicht zu viel getrunken hatten. Man sieht also: Wasser zu Wein ist auf mehreren Ebenen sinnvoll und hat eine lange Tradition.
 
 
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