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Merkur Versicherung AG & Jamie Oliver Food Foundation

Jamie Oliver - Das Interview

Jamie Oliver © 2016 Jamie Oliver Enterprises Limited; photography David Loftus
Jamie Oliver © 2016 Jamie Oliver Enterprises Limited; photography David Loftus
 

Jamie Oliver hat das Kochen wieder sexy gemacht und den Spaß in die Küche zurückgebracht. Jetzt kämpft er weltweit für eine gesunde, nachhaltige Ernährung.

 

Jamie, du und die Merkur Vorsicherung, ihr seid eine Kooperation eingegangen. Kannst du uns etwas darüber erzählen?

Ja, meine Stiftung, die Jamie Oliver Food Foundation, und die Merkur Vorsicherung arbeiten zusammen. Unser Ziel ist, den Österreichern wieder vor Augen zu führen, was richtig gutes, gesundes Essen ist. Wir wollen zu gesünderer und damit glücklicherer Lebensweise inspirieren.

Mit der Kampagne „Food Revolution" versuchst du, weltweit ein höheres Bewusstsein für gesündere Ernährung zu schaffen. Schon lange promotest du gesunde Ernährung zum Beispiel in den Schulen. Warum ist dir das so wichtig?

Ich persönlich halte die Zunahme von Adipositas und diätbezogener Krankheiten für eine der weltweit größten Herausforderungen. Sie unterminieren Gesundheitssysteme und sie verkürzen und zerstören Leben. Die politisch Verantwortlichen haben sich des Themas sehr zögerlich angenommen. Jetzt kommen sie langsam in die Gänge. Die Regierung des Vereinigten Königreiches etwa wird hoffentlich bald eine Strategie bekanntgeben, mit der sie Adipositas im Kindesalter begegnen will.

Das Ziel von „Food Revolution" ist, über eine globale Kampagne, Politik, Gemeinden, Vereine und die Wirtschaft zusammenzubringen. Es geht darum, die Lebensqualität zu heben. Jeden Mai zelebrieren wir den Food Revolution Day. Um Erfolge zu feiern, das Bewusstsein zu stärken und mehr Menschen, Wirtschaftstreibende und Politiker einzuladen, sich zu beteiligen.

Ein wichtiger Teil der Arbeit deiner Stiftung ist, mit Kindern an der gesunden Ernährung zu arbeiten. Du selbst hast Erfahrung mit deinen eigenen Kids, hast du ein paar Tipps für uns, wie man sie fürs Kochen begeistern kann?

Am besten ist, wenn man mit Kindern in einem sehr frühen Alter zu kochen beginnt. Meine eigenen haben mit bloßen Händen Kräuter ausgerissen, als sie zwei oder drei Jahre alt waren. Jetzt ist mein kleiner Buddy wie ein Ninja: Er kann alle Kräuter im Garten − das sind so um die 70 − durch Geruch, Geschmack und Aussehen identifizieren.

Kinder mögen Unordnung - also bringt sie dazu, sich die Hände schmutzig zu machen, Früchte und Gemüse zu zermantschen − natürlich muss man dabei darauf achten, dass sie sich vorher gründlich ihre Hände waschen. Und: Sicherheit geht vor! Also keine scharfen Messer oder so was, bevor sie älter sind!

Es scheint ein Trend zu sein, dass Menschen immer billigere Lebensmittel wollen - die gesunden sind zu teuer. Täuschen wir uns in dieser Einschätzung?

Ganz ehrlich? Ich denke, den meisten Menschen macht es nichts aus, ein wenig mehr Geld für Qualität auszugeben. Viele gesunde Lebensmittel sind gar nicht teuer. Das meiste Obst und Gemüse ist leistbar, besonders wenn man saisonal einkauft. Das sollten wir alle tun, da bekommt man das Zeug am günstigsten und es ist am besten. Aber auch bei Fleisch und Geflügel, wo ich auf Nachhaltigkeit großen Wert lege, kann man sich etwa für die günstigeren Stücke entscheiden. Hühnerschenkel zum Beispiel. Die schmecken besser sogar als Hühnerbrust, und sie helfen dabei, Geld zu sparen.

Was glaubst du, wie man in Zukunft kochen wird?

Schwer zu sagen. Es gibt im Moment eine Bewegung hin zum Vegetarismus, sowohl wegen der Gesundheit als auch der Umwelt zuliebe. Ich selbst esse vielleicht drei Tage die Woche vegetarisch.