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Genug gesessen!

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Sitzen ist das neue Rauchen. Studien ergaben: Wer täglich viel sitzt, hat ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken, und eine geringere Lebenserwartung. Das Problem: Sport kann den negativen Effekt nur bedingt ausgleichen.

 

Etwa 3 Stunden Sitzen jeden Tag hält der menschliche Körper aus, ohne Schaden zu nehmen. Die tatsächliche Sitzdauer beträgt bei den meisten Menschen jedoch weitaus mehr. Wer sich nur auf die Stunde Sport nach dem Feierabend berufen möchte, die das ständige Sitzen ausgleichen soll, erhält einen Dämpfer. Melanie Davies, Professorin an der Universität von Leicester, hat sich im Rahmen einer Studie mit den negativen Auswirkungen des Sitzens beschäftigt. Sie warnt: „Langes Sitzen gefährdet die Gesundheit und erhöht das Risiko für Diabetes und Herzkrankheiten - unabhängig von anderen Faktoren wie Sport oder gesunder Ernährung."
Die Gefahr, langfristige Schäden vom Sitzen davonzutragen, nimmt mit jeder sitzend verbrachten Stunde zu. Der Grund: Längere körperliche Untätigkeit führt dazu, dass sich im Blut Fette und Zucker sammeln, die vom Körper nicht verwertet werden können - was letztendlich eben zu Diabetes oder auch zu Verkalkungen der Blutgefäße führen kann. Experten raten dazu, als Gegenmaßnahme nicht nur die Zeit für Sport zu erhöhen, sondern vor allem auch die sitzende Zeit zu verringern.

 
Bewegung im Job.

Doch auch wenn Sport alleine das „Rumgehocke" nicht gutmachen kann, müssen Büromenschen nicht gleich verzweifeln. Um das Diabetes-Risiko vorzubeugen, hilft es beispielsweise bereits, zwischendurch aufzustehen und sich kurz die Beine zu vertreten. Das aktiviert die Muskeln, wodurch die überflüssigen Fette und Zucker im Blut schneller abgebaut werden können.

Experten zufolge wird Sitzen ab einer täglichen Dosis von etwa 9 Stunden richtig gefährlich - Büroangestellte können also auch bei einem Vollzeit-Job in der Geht-gerade-noch-Phase bleiben, wenn sie beispielsweise mit dem Rad oder zu Fuß zur Arbeit kommen, die Mittagspause für einen Spaziergang nutzen und abends noch ein wenig Ausgleichssport betreiben bzw. die Lieblingsserie auch mal im Stehen ansehen.
Übrigens: Kellner haben beispielsweise aufgrund der ständigen Bewegung meist sehr gute Blutwerte - selbst wenn sie abseits ihrer Arbeit unsportlich sind.

 
Fit im Büro.

Deswegen gleich den Bürojob kündigen und kellnern gehen? Wer seinen Job am Schreibtisch liebt, kann beruhigt sein: Es gibt tatsächlich Mittel und Wege, die Sitzzeit im Büro zu verringern. Meetings können beispielsweise im Stehen oder Gehen abgehalten werden. Manche Firmen führen mittlerweile regelrechte Meeting-Spaziergänge durch, bei denen man sich beim Wandern an der frischen Luft über die neuesten Entwicklungen im Unternehmen austauscht. In einigen Büros sind bereits Stehpulte oder höhenverstellbare Schreibtische Usus, bei denen Computerarbeit bei Bedarf im Stehen erledigt werden kann.

Auch bei der Büro-Einrichtung kann der Geh-Gedanke im Vordergrund stehen: Kopierer, Faxgeräte und Ähnliches sollten beispielsweise nach Möglichkeit nicht direkt neben dem Schreibtisch positioniert werden - dann ist man dazu gezwungen, zwischendurch durch das Büro zu gehen. Kollegen, die in anderen Büros oder Etagen arbeiten, müssen nicht immer angerufen werden - man kann auch das persönliche Gespräch mit ihnen vorziehen. Wer neben diesen Möglichkeiten im Büro den Abend dann noch mit etwas Sport ausklingen lässt, senkt sein Risiko effektiv und ohne großen Aufwand.

 
Tipps für Vielsitzer.
● Nie länger als eine Stunde durchgehend sitzen, regelmäßig aufstehen und auf und ab gehen. Empfohlen wird 5 Minuten Gehzeit alle 45 Minuten.
● Eine Sitzung im Gehen - klingt wie ein Widerspruch, muss es aber nicht sein: Warum die Besprechungen nicht bei einem kleinen Spaziergang abhalten?
● Beine beim Sitzen nicht im 90-Grad-Winkel abbiegen, sondern zwischendurch auch ausstrecken. Die beiden 90-Grad-Winkel in Knie und Hüfte erschweren den Rückfluss des Bluts zum Herzen.
● Zappelphilippe haben's besser: Wer häufig die Sitzposition ändert und am Stuhl herumrutscht, aktiviert die Muskeln.
● Durch langes Sitzen kann der Körper Stresshormone nicht richtig abbauen, was zu psychischen Erkrankungen führen kann. Regelmäßige Bewegung, beispielsweise im Fitnessstudio, schafft Abhilfe.
 
 
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