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Jederzeit erreichbar: Wenn das Handy zur Sucht wird

Mobiltelefon 
 
Jeder zweite Arbeitnehmer ist im Urlaub für den Chef erreichbar - der Großteil davon freiwillig. Vier von zehn Österreichern schalten das Handy auch nachts nicht aus, und Jugendliche überprüfen im Schnitt 87 Mal am Tag, ob sie eine Nachricht versäumt haben. Zu viel Handykommunikation kann unser Sozialverhalten negativ beeinflussen und sogar die Gehirnstruktur verändern.
 
So paradox das klingt: Der Wunsch nach ständiger Erreichbarkeit führt zu sozialer Isolation. Beim Telefonieren und SMSen gehen vielen Sinneseindrücke verloren, man verlernt Mimik und Gestik des Gesprächspartners zu deuten.

Stattdessen kommt es im Gehirn zu einem Kompensationsverhalten: Die fehlenden Informationen werden durch eigene Wünsche und Sehnsüchte ergänzt - man formt sich also beim Telefonieren den Gesprächspartner so, wir man ihn sich gerne vorstellt.

In weiterer Folge nehmen wir unsere Mitmenschen nicht mehr richtig wahr, und jene Gehirnfunktion, die für zwischenmenschliche Kommunikation zuständig ist, wird langsam abgebaut.

 
Kontakt mit Mitmenschen vermeiden.
Wissenschaftlerinnen haben noch einen weiteren Isolationseffekt bei übermäßiger Nutzung von Smartphones festgestellt: Manche Menschen tun in der Öffentlichkeit so, als würden sie am Mobiltelefon herumtippen, um Augenkontakt mit anderen zu vermeiden.

Auch bei Fragen werden nicht die Mitmenschen konsultiert, sondern das Handy - schließlich ist es Stadtplan, Uhr, Kamera, Google, Facebook, Taschenrechner und Telefon in einem. Je umfangreicher die Möglichkeiten, umso weniger ist man auf menschlichen Kontakt angewiesen.

 
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